30 Jahre Rumpelfilzchen: Vom Wunder weicher Wolle
- rumpelfilzchen
- 2. Juni
- 2 Min. Lesezeit
Alles beginnt mit Wolle. Noch bevor eine Figur entsteht, bevor ein Gesicht Ausdruck bekommt, liegt zuerst dieses flauschige, warme Material in meinen Händen. Wolle reagiert auf die Bewegung der Hände. Und bis heute fasziniert mich, wie aus so sanften Fasern etwas Festes entstehen kann. Nur durch Reibung. Durch Wasser. Durch Ziehen, Wickeln und Formen. Etwas so Zartes wird stabil und bleibt dabei trotzdem weich. Das empfinde ich bis heute wie ein kleines Wunder.
Das Material Wolle
Ich liebe die Vielfalt der Wolle. Die feinen Farbabstufungen. Die unterschiedlichen Strukturen. Die Möglichkeiten, die daraus entstehen. Meine Materialien bestelle ich bei Hof Kornrade – einem Handel für Filzwolle und Zubehör. Dort kaufe ich die Bergschafwolle für das Innenleben meiner Figuren, die weichen Locken vom Blue Faced Leicester-Schaf und natürlich australische Merinowolle in vielen verschiedenen Farben. Allein diese Farbvielfalt begeistert mich immer wieder. Mal sanfte Naturtöne. Mal leuchtende Farben. Mal Wolle mit wilden Locken. Mal ganz fein und ruhig. Jede Faser bringt ihren eigenen Charakter mit.
Was ich ebenfalls liebe, ist der Geruch. Der Duft von Schafwolle und Fell. Etwas Erdiges, Warmes, Natürliches. Für mich gehört dieser Geruch zum Arbeiten dazu. Er macht die Filzstube lebendig.
Nassfilzen und Nadelfilzen
Ich arbeite mit unterschiedlichen Filztechniken. Und ich liebe besonders die Kombination aus Nassfilzen und Nadelfilzen. Beim Nassfilzen entstehen bereits sehr stabile Formen. Mit Wasser, Seife und Bewegung verbindet sich die Wolle zu einer festen Fläche oder Form. Dann beginnt das Nadelfilzen. Hier wird es filigraner. Mit der Nadel kann ich modellieren, vertiefen, aufbauen und Details herausarbeiten. Erst durch diese Verbindung entsteht für mich ein wirklich stimmiges Projekt.
Was mich bis heute begeistert
Auch nach all den Jahren verliere ich dieses Staunen nicht. Dass aus losen Fasern etwas entstehen kann, das Menschen berührt. Dass etwas so Weiches so stabil werden kann.
Und dass man mit einem so ursprünglichen Material so filigran arbeiten kann. Vielleicht liegt genau darin für mich die Magie des Filzens. Wolle lässt sich verändern – und behält trotzdem ihren eigenen Charakter.















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