30 Jahre Rumpelfilzchen: In der Filzstube
- rumpelfilzchen
- 4. Mai
- 2 Min. Lesezeit
Begegnungen finden nicht nur auf dem Markt statt. Manche führen weiter in ruhigere Räume. In meine Filzstube.
Die Filzkurse haben 2001 begonnen – in der Volkshochschule in Singen. Seit 2002 finden sie bei mir statt. Hier wird gemeinsam gelacht, gelernt und ausprobiert. Und ganz nebenbei entstehen Gespräche, die persönlicher sind als auf dem Markt. Es ist immer wieder schön zu erleben, wie sich dabei Verbindungen zeigen. Dass man sich kennt. Oder jemanden kennt, der jemanden kennt. Und manchmal entstehen daraus Freundschaften. Doch die meiste Zeit in der Filzstube verbringe ich allein. Mit meinen Gedanken und meinen Händen.
Ein Tag beginnt
Mein Alltag beginnt früh. Um sechs Uhr morgens stehe ich auf. Ich mache mir eine Kanne Tee. Öffne im Garten das Hühnerhaus. Dann gehe ich nach oben – ins Dach, in meine Filzstube. Dort beginnt der Tag. Ich schalte das Radio an, denn mit Musik geht alles besser. Manchmal höre ich auch Hörbücher. Dann schaue ich nach den Bestellungen. Ich trage sie in mein Bestellbuch ein. Ich sehe nach, was auf den Märkten verkauft wurde. Und schreibe auf, welche Figuren ich nacharbeiten muss. Erst wenn ich weiß, was gebraucht wird, beginnt die Arbeit.
Ich filze. Stück für Stück. Gedanke für Gedanke. Und immer wieder hebe ich den Blick aus dem Fenster in meinen Garten zu meinen Seidenhühnern. Diese kleinen Momente draußen gehören genauso dazu wie die Arbeit selbst.
Das, womit ich arbeite
Meine Werkzeuge sind schlicht. Eine Drahtschere. Filznadeln – grob und fein. Eine Nadel zum Verbinden. Eine Schere. Eine Filzmatte. Wasser und Seife. Ein Fliegengittertuch für Flächen.
Schablonen aus Noppenfolie.
Und vor allem: Meine Hände. Sie formen. Sie wickeln. Sie sticheln. Sie reiben. Sie setzen um, was im Kopf entsteht und im Herzen warm wird.
Der Rhythmus des Tages
Nach etwa drei Stunden Arbeit frühstücke ich gegen zehn Uhr. Ein Müsli mit Haferflocken und Banane. Dann geht es weiter. Um ein Uhr koche ich Mittagessen. Meistens eine Gemüsepfanne. Esse. Und arbeite weiter bis etwa vier Uhr. Dann ist Pause. Ein Moment zum Durchatmen. Bei angebrochener Dämmerung schließe ich das Hühnerhaus. Aber der Tag ist noch nicht zu Ende. Am Abend, vor dem Fernseher, arbeite ich weiter mit frischer Energie. Mal bis neun, mal bis zehn Uhr.
Die Filzstube ist ein ruhiger Ort. Hier entstehen die Figuren. Ein Tag folgt dem nächsten. Und doch ist keiner wie der andere.















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