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30 Jahre Rumpelfizchen: Begegnungen, die bleiben

Es begann mit Menschen, die stehen blieben. Mit Blicken, die länger verweilten. Mit Worten, die vorsichtig ausgesprochen wurden. Und dann wurde es mehr. Mehr Lob. Mehr Zuspruch. Mehr Begegnungen. Die Menschen waren begeistert. Was zuerst nur auf Märkten stattfand, wuchs langsam darüber hinaus.


Märkte: 2004 Singen, 2013 Bad Dürrheim, 2024 Ludwigshafen


Wenn Sichtbarkeit entsteht


Irgendwann kam die Resonanz nicht mehr nur von den Ständen. Es entstanden Zeitungsartikel. Mit Foto. Ein kleiner Bericht. 2013 dann ein Beitrag in der Zeitschrift Freude am Garten, einem Schweizer Gartenmagazin. Ich wurde zu Hause interviewt. Es wurden Fotos gemacht. Und ein Bericht entstand. Mit einer Anleitung, wie man ein kleines Schäfchen filzt. Auf einmal waren die Dinge, die ich still mit den Händen gemacht hatte, sichtbar. Für andere und auch für mich selbst.




Die Gespräche


Aber das, was mich wirklich trägt, sind die Gespräche. Sie geben mir so viel wie der Applaus bei einem Konzert. Eine Belohnung für das Herz. Dieses Leuchten in den Augen, wenn Menschen noch gehetzt an meinem Stand vorbeigehen und dann stehen bleiben.

Wenn aus einem kurzen Blick ein Moment wird. Und aus einem Moment ein Gespräch.

Manchmal entstehen daraus Aufträge, die tief gehen. Ein Sterntaler-Bild für das Sternenkind einer Kundin. Ein stiller Moment mit Tränen und Emotionen.


Worte, die bleiben:


„Die Figuren haben Ausdruck.“

„Sie haben Seele.“

„So etwas habe ich noch nie gesehen.“

„Die Gesichter. Die Augen.“


Kleine Hände, große Entscheidungen


Es gibt auch die kleinen Kundinnen und Kunden. Sie kommen an den Stand, schauen verzückt, gehen weiter und kommen wieder. Mit Taschengeld in der Hand. Sie wählen lange aus. Ganz ernst. Ganz genau. Und dann hört man die Eltern sagen: „Bist du sicher? Das ist dein Geld.“ Und die Kinder schauen mit diesem festen, klaren Blick. „Doch. Das habe ich schon immer gesucht.“ Diese Momente sind jedes Mal sehr rührend.

Und dann gibt es auch die anderen Situationen. Kinder finden etwas schön. Und jemand sagt: „Ach, wir haben auch Wolle und Nadeln. Das machen wir zuhause selbst.“

Ich lächle. Natürlich kann man vieles selbst machen. Das ist ja das Schöne am Handwerk. Aber jede Figur hier ist nicht nur Material. Sie ist Zeit. Erfahrung. Und etwas, das sich nicht einfach kopieren lässt. Auch das gehört dazu.



Begegnungen, die tiefer gehen


Manche Gespräche bleiben besonders. Ein Mann erzählte mir einmal, dass er Zwerge im Wald sehen kann. Wie sie musizieren. Wie sie tanzen. Eine andere Frau sprach von Elfen, Nymphen und Feen. Ganz vorsichtig zuerst, weil sie es nicht jedem erzählen kann.

Ich habe ihnen gesagt: Ich sehe sie nicht. Aber ich spüre sie.

Und vielleicht ist genau das der Punkt. Es geht nicht darum, ob man sie sehen kann. Sondern darum, dass man etwas spürt. Dass etwas berührt. Dass etwas glücklich macht.


Stimmen von außen


Mit der Zeit kamen viele Rückmeldungen.


„Das ist der schönste Stand hier auf dem Markt.“

„So etwas Schönes habe ich noch nie gesehen.“

„Ich habe schon viele gesehen – aber nicht so.“


Und natürlich tun solche Worte gut. Von vielleicht neunzig Prozent kommt Zuspruch.

Und dann gibt es auch die anderen Stimmen. „Staubfänger.“ Oder: „Ich habe keine Enkel.“

Ich lächle auch darüber. Man braucht keine Enkel, um etwas schön zu finden. Man braucht nur ein Herz dafür.


Manchmal kommen Menschen zu mir, die ich vor vielen Jahren kennengelernt habe. Und sie fragen: „Du filzt immer noch?“ Fast ein bisschen erstaunt.

Und ich merke, dass sich viele fragen, wie man so lange bei einer Sache bleiben kann. Aber für mich war es nie nur eine Sache. Es ist ein Weg. Und dieser Weg geht weiter.


Wenn Vertrauen entsteht


Eine Filzkursteilnehmerin ist über die Jahre zu einer guten Freundin geworden. Ihre Aufträge entstehen oft ganz spontan. Und sie sagt immer wieder, wie sehr sie sich darauf verlassen kann, dass alles gelingt. Dass die Qualität nie leidet – auch nicht unter Zeitdruck oder Stress. Im Gegenteil. Jede Figur ist immer mit derselben Sorgfalt gemacht. Mit derselben Liebe.



All diese Begegnungen haben Rumpelfilzchen mitgeformt. Vielleicht sogar mehr als die Figuren selbst. Denn am Ende geht es nicht nur um das, was ich mache. Sondern um das, was zwischen Menschen entsteht.

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